Angst vor Haien

Angst vor Haien

Woher kommt sie, die panische Angst davor, einem Hai zu begegnen, von ihm tot gebissen, verschlungen oder in die Tiefe gerissen zu werden? Carl Gustav Jung (†) (Schweizer Psychologe und Begründer der analytischen Psychologie) hat aufgedeckt, dass jeder Mensch in seinem tiefsten Innern Urängste besitzt. Vor allem Angst vor dem Ungewissen. Es ist also kein Zufall, dass seit Menschen gedenken diese Urängste in Märchen, Mythen und Träumen verarbeitet werden. In fast jeder Geschichte gibt es ein Monster und die Angst. Der Mensch braucht ein Monster um diese Urängste zu verarbeiten. Also passt der Hai leider perfekt in diese Rolle der Menschen.

Wir Menschen haben von Natur aus Angst vor grossen, fleischfressenden Tieren mit scharfen Zähnen und einem Maul so gross, dass eine ganze Person darin Platz hätte. Das ist sicher das Eine und zu dem natürlich das Wasser, in dem wir weder Atmen noch gut sehen können und ohne Ausrüstung nicht lange überleben würden. Dazu kommen noch die unglaublichen dunklen Tiefen des Ozeans mit ihren "Ungeheuern". Wenn jetzt noch bedenkt wird, dass in allen Weltmeeren Haie nur darauf warten, dass wir ins Wasser springen, um denjenigen sofort zu verschlingen. Kein Wunder wird da jedem angst und bange, das verstehen wir. Also ist der Hai das perfekte Monster für den Menschen und seine Urängste. Das heisst die meisten Leute wollen gar nicht glauben, dass die Haie keine Monster sind, denn dann bräuchten sie ein neues. Und wenn sie sich nicht bewusst damit auseinandersetzen und sehen das der Hai kein Monster ist, werden sie diese Angst nicht verlieren! Verständlich das die Menschen daran festhalten, wenn diese Angst überall noch heraufbeschworen wird. So wird es einem schliesslich nahegelegt und man liest immer wieder solche Sachen in den Medien. "Shark Attack", "Hai Angriff am Strand" zum Teil schon diese Überschrift.

Wenn man den Beitrag liest oder ein Video dazu schaut, sieht man, wie ein Hai in Strandnähe friedlich schwimmt. Alle denken, dass es ein riesen Glück war, dass da nichts passiert ist. Wirklich? Denn was die meisten Leute nicht wissen, Haie sind immer irgendwo in der Umgebung aber sie meiden in der Regel die Menschen und haben Angst vor ihnen. Nein, wir wollen euch jetzt nicht Angst machen, das sind einfach die Facts und wenn wir einmal genauer überlegen, sollte es uns doch beruhigen, dass zu wissen. Ab und zu kommt es vor, dass ein paar mutige, eben mal ihrer Neugier folgen und näher an die Badegäste heranschwimmen. Ohne dass etwas passiert! Ja es gibt auch jedes Jahr einige Unfälle mit Menschen. Zum Teil tödlich. Verhältnismässig sind das aber verschwindend kleine Zahlen, wenn man bedenkt, dass jeden Tag an tausenden von Stränden, Millionen von Menschen baden, surfen, schnorcheln und tauchen gehen.

Die Haie sind immer irgendwo in der Nähe. Es wurde von Dr. Erich Ritter (Schweizer Haiforscher) auch belegt, dass diese Unfälle nicht, wie oft angenommen, mit Verwechslungen zu tun haben oder sogar mit einem beabsichtigten Angriff auf einen Menschen, sondern mit der Neugier und einem sogenannten "Test-Biss". Denn Haie haben keine Hände um etwas zu fühlen, um zu schauen was es ist. Sie müssen dies mit ihrem Maul machen. Da sie uns nicht genau einteilen können, gibt es zum Teil eben Testbisse bei Menschen. Natürlich richtet ein solcher Testbiss enormen Schaden bei einem Menschen an, so dass Gliedmassen verloren gehen und die Person so viel Blut verliert, dass sie am Ende daran erliegt. Damit wird schon der nächste Mythos zerstört. Ja, Haie können Blut millionenfach verdünnt auf grosse Entfernung wahrnehmen. Das der Menschen lockt sie jedoch nicht an, denn es ist nicht ihre Beute die Blut verliert. Sonst würde ja ein gebissener Surfer, von dem ein Hai abgelassen hat nicht ans Ufer zurückpaddeln können, ohne dass ein dutzend Haie ihn im Wasser zerreissen würden..

Vor dem 20. Jahrhundert haben die Menschen nicht geglaubt, dass Haie Menschen als Beute betrachten sondern haben die wenigen Unfälle auch als solche angeschaut. Nach einigen „Angriffen“ an der Ostküste Amerikas zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ein Buch geschrieben und veröffentlicht. „JAWS"

Das Buch wurde danach von Steven Spielberg verfilmt. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Welt Angst vor dem "Monster" aus der Tiefe. Die Haie wurden extrem gefürchtet und niemand wollte mehr glauben, dass diese Tiere keine blutrünstigen Menschenfresser sind. Auch diverse Hai-Horrorfilme, die folgten, bestätigten die Annahme der Leute und der Gesellschaft, über diese Tiere. Also interessierte es auch niemanden mehr, dass diese Tiere abgeschlachtet, als Wettkampf gefangen oder einfach nur ihrer Flossen wegen gefangen und nach dem Abschneiden der Flossen wider manövrierunfähig ins Meer zurückgeworfen werden, wo sie einem qualvollen Erstickungstod erliegen. Das ist doch einfach nur barbarisch!

Der Autor des Buches Jaws, Peter Benchley, hat gesagt: „Hätte ich gewusst, was passiert, hätte ich das Buch nicht geschrieben.“

Wir haben zum Vergleich eine Statistik aufgestellt, die darstellt, welche Tiere ungefähr wie viele Leute pro Jahr töten. Ihr seht darin auch, wo genau der Hai steht.

Dazu kommen noch Verkehrsunfälle mit 1'200'000 Todesfällen pro Jahr und Rauchen mit 6'000'000 Todesfällen pro Jahr. Es sterben auch jedes Jahr Menschen die vom Kühen Todgetrampelt wurden auch wenn nicht viele der über 10'000 Kuh Angriffen pro Jahr tödlich enden. Es werden sogar immer wieder Leute von Kokosnüssen erschlagen. Das wohl traurigste ist natürlich das der Mensch ein grosses Risiko eingeht um ein Selfie über einem Abgrund zu machen und runterfällt.

Na immer noch Angst vor Haien? Oder überdenkt ihr vielleicht eher den nächsten Spaziergang durch eine Kuhweide, den Arbeitsweg mit dem Auto oder schaut ihr nach, ob die Palme unter der ihr sitzt, Kokosnüsse trägt ;-)

Ihr seht, es sterben vergleichsweise verschwindend wenig Menschen durch Haie jedes Jahr. Am Ende muss auch gesagt werden, dass wir uns in ihrem Territorium aufhalten und nicht umgekehrt. Sie waren vor uns da, haben alles überlebt und der Mensch schafft es in nicht einmal 20 Jahren über 90% der Haibestände auszurotten und die Welt lässt es geschehen, weil die Angst davor besteht und es ja sowieso Monster sind. Mit diesem Bericht möchten wir keineswegs sagen, dass der Hai ein Kuscheltier ist. Nein! Der Hai ist ein sehr imposantes Geschöpf, welches wir achten und vor allem, respektieren sollten!

Eure Travelmind-Blogger Annika und Marco

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