Nachdem wir unseren Mageninhalt in Bolivien gelassen haben, sorry für alle zartbesaiteten aber das ist die nackte Warheit des Reisens, früher oder später erwischt es jeden, fanden wir uns in einem Bolivia-Hop-Bus wieder. Nur ein kleiner Tipp am Rande, mit Magenproblemen, zu gut Deutsch, mit Dünnpfiff, eine Busreise anzutreten, ist doch eher unpraktisch aber hej, geht auch. Leben am Limit!
Was ein Bolivia Hop ist? Das ist ein Touribus wie er im Buche steht. Er fährt dich genau zu den Hotspots, das Personal spricht englisch und es wird dir sogar bei der Grenzüberquerung geholfen, denn unser Ziel war ja Peru. Eigentlich versuchen wir ja weitgehenst die grössten Touristenaufläufe zu umgehen aber naja wie ihr ja bereits aus den vorhergehenden Beiträgen wisst, ist das hier nicht so leicht möglich. In unserem Zustand waren wir dafür aber auch gerade sehr dankbar.
So tuckerleten wir also gemächlich durchs Land, kurz der Gedanke gefasst, ob ich alte Pfadfinderlieder anstimmen sollte, es kam mir dann aber recht schnell in den Sinn, dass ich nie in der Pfadi war und so verwarf ich die Idee, stöpselte richtig Asozial meine eigene Mucke in die Ohren (also ja die Kopfhörer) und genoss den Blick auf den Titicacasee-herrlich!

Aussicht von der Isla del Sol

Der Präsident erklärt uns das Prinzip der Schwebeinseln
Erster Halt; Copacabana! Neeeeiinnnnn nicht dieses Copacabana mit den knappen Bikinis und den leckeren Cocktails. Leider kann ich hier nicht viel mehr dazu sagen weil krank, Klogang-retour war ja angesagt. Soll aber recht schön sein. Immerhin die Isla del Sol bekamen wir zu sehen!
Zweite Nacht in Puno, bereits in Peru. Alles direkt viel besser, Entschlackungskur war vorbei, wir wieder unter den Lebenden. Da der frühe Vogel uns nicht immer kann, standen wir noch vor Sonnenaufgang auf, um ein Böötchen richtung der schwimmenden Inseln zu nehmen. Dort soll ein Stamm ganz ohne alles, was unser Herz heute so begehrt, leben. So war es auch. Also ist noch. Eines muss gesagt sein, es ist einfach echt beeindruckend, wie diese Leute ihren Alltag bewältigen, klar sind sie heute extrem vom Tourismus abhängig aber das wars dann auch schon mit der Abhängigkeit. Strohhütten, Strohböden, keine Elektrizität, keine Natels, kein TV- nochmals, HERRLICH! Was mich einfach am meisten erstaunt, wie sie es schaffen, in dieser Popokälte barfuss herumzutollen, ein Rätsel meine Lieben, ein Rätsel.
Nachdem wir nämlich langsam durchgefroren waren, was bereits nach einer Stunde der Fall war, ging es für uns weiter, hatten ja schliesslich einen Bus zu erwischen. Das grosse Ziel, CUSCO, war zum greifen nah. Wie für uns üblich, verlief dann dieser Schritt doch nicht ganz so reibungslos, da wir aber nun doch alles geschafft haben, müssen wir hier ja nicht wieder alte Wunden aufreissen.
Cusco also, ich gebe zu, nach Bolivien hatten wir so einige Vorurteile aber nope, alle in den Wind geworfen! Cusco ist echt eine schöne Stadt! Wirklich jetzt, also auf jeden Fall das, was wir gesehen haben. Aber hey, was ist definitiv Pflichtprogramm, wenn man in Peru verweilt?! Genau! Machu Picchu! Da wir mit der Zeit doch sehr eng lagen, ihr wisst ja warum, mussten wir uns leider leider leider für die Luxusvariante, die Zugsfahrt entscheiden.

Kathedrale in Cusco

Im Zug nach Aguas Calientes
Dabei wäre ich doch sooooo gerne fünf Tage in der puuren Wildnis herumgestampft, Gezeltet in eisiger Kälte, und Eichhörnchen fürs Abendbrot jagen gegangen. Wohl oder übel musste ich nun mit einem kuschlig warmen, gemütlichen Viererabteil in einem Panoramazug vorlieb nehmen...Dann besassen sie auch noch die Dreistigkeit uns Snacks und Getränke zu servieren, die Bösen, die!
Da standen wir nun, vor dem Eingang zu dieser heiligen Stätte. Ein kleiner schauer überkam mich, Nervosität und Gewunder machten sich breit, wie wohl bei allen gefühlten 10000000000000000000000000000000000000000 Menschen, die vor dem Eingang standen, nope ich lüge nicht, die Touristenabfertigung hat begonnen. Ach ihr kennt sicher alle die perfekten Bilder, des leeren Berges, keine Menschenseele, die wunderbaren Influencerbilder?! EINE LÜGE!!!!
Klar so naiv waren wir nun doch nicht, dass wir dachten, dass wir alleine sein werden aber hey liebe Leser, das war schon sehr krass. Wir mussten auf dem Wanderweg anstehen um nach oben zu laufen, gut einigen Leuten hätte man schon sagen sollen, dass man selbst laufen muss, was für eine Frechheit...:P Dann aber das Geilste!!! Wir wurden weggeschubst, weil eine, bestimmt sehr wichtige, Person ein Foto machen musste. Aber nun zum Superlativ! Ich habe einen älteren, supersüssen Mann beobachtet, wie er die Aussicht genoss, seine Augen glitzerten schon vor lauter Gerührtheit, da kam sie, wohl wieder die super Berühmtheit in Person und schubste, nein zog, den Herren (ohne Kamera) weg, damit sie sich in Pose werfen konnte. Da kam mir die Galle hoch, Marco musste mich halten sonst schwöre ich, hätte ich sie über die Klippe geworfen! Kann mir mal jemand sagen, warum ein Mensch mit Fotokamera mehr Recht auf diese Aussicht hätte. Ich weiss, wir tragen selbst 5000000 Linsen mit uns rum aber sowas würde uns nie in den Sinn kommen. HÄSSIG!!!!!! Leider gibt es einfach zu viele egoistische Menschen auf diesem Planeten.

Hier konnte sich die Menge zwar etwas verteilen, aber es war immer noch sehr voll

Sonnenaufgang in Puno
Nach diesem Tag haben Marco und ich uns ganz tief in die Augen geschaut und uns sowas von geschworen, dass wir Touristentouren soweit wie möglich zu umgehen versuchen.
Aus diesem Grund nehmen wir uns jetzt mal zwei Wochen Urlaub vom Urlaub und sind ans Meer gefahren. Wohin? Erfahrt ihr noch früh genug....
"Don't be a tourist! Be a traveler!"
Eure Travelmind-Blogger Annika und Marco
4 Comments
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Ohh… und ich dachte immer auf den Machu Pichu geht niemand hin ….zu anstrengend hoch 😉
Haha….Nein da werden tatsächlich Hinz und Kunz heraufgeschleifft 😉